3 Kinder fand ich ja schon immer recht sportlich. Es gab wenig Ruhe, immer Trubel und ständig war irgendwas.

Seit zwei Jahren leben wir nun in dieser Poly-Patchwork-Großfamilie, mit 5 Kindern. Und da hat sich so einiges im Ablauf verändert. Wer jetzt denkt, auf ein oder zwei Kinder mehr kommt es doch nicht an…und ob es das tut. Wenn die Kinder geduscht werden, dann läuft das bei uns wie am Fließband, eins nach dem anderen im Schnelldurchgang. Längere Badewannenzeiten müssen dann schon mal geplant werden. Und auch sonst haben wir einige Veränderungen festgestellt: Rein logistisch ist es mit 8 Personen ja auch schon eine Herausforderung. Das Haus muss groß genug sein, man benötigt einen Bus oder zwei Autos, der Esstisch passt nicht in die Küche und das Gepäck für den Familienurlaub sieht nach Umzug aus.

Das hat am Anfang etwas gedauert, sich an diese Dinge zu gewöhnen aber mittlerweile sind wir ein echt gut eingespieltes Team. Dieses Leben zu dritt ( bzw. zu 8) bringt eben neben der vielen Liebe auch noch so einge andere Vorteile mit sich:

  • immer jemand da zum kuscheln
  • immer eine Schulter zum ausweinen
  • 3 monatliche Einkommen (macht es einfacher zu haushalten, denn die Kosten steigen natürlich auch )
  • es hat immer jemand ein offenes Ohr
  • mehr Bezugspersonen für die Kinder
  • immer jemand zum spielen
  • Termine lassen sich besser planen, da die Kinderbetreuung abgesichert ist
  • Arbeitsteilung im Garten und Haushalt
  • schneller Rat und Hilfe von zwei Erwachsenen bei Sorgen und Problemen
  • zwei zusätzliche Meinungen als Hilfestellung
  • mehr verfügbare Kompetenzen und Fähigkeiten ( es gibt immer jemanden der für ein spezielles Problem eine Lösung hat )Vor- und Nachteile einer Poly-Patchworkfamilie

Da nicht immer alles rosarot und voller Einhörner ist, hier noch ein paar Nachteile, die wir feststellen mussten:

  • man ist so gut wie nie allein
  • mehr Menschen, mehr Eigenheiten
  • mehr Geschwister zum streiten
  • Platzmangel bei Urlaub, Wohnung, Auto etc.
  • gute Planung nötig, da immer irgendein Termin ansteht (ohne gemeinsamen Onlinekalender geht nichts )
  • immer ein Elternteil vor Ort, das schimpfen kann

 

Wie ihr seht hat auch das Leben als Polyfamilie so seine schönen und seine Schattenseiten. Möchten wir aktuell deswegen etwas ändern? Nein, denn dieser Weg abseits des Standardmodels funktioniert für uns gut. Diese Beziehungsform vereint alles, was ich mir immer gewünscht habe und ich möchte meinen Chaoshaufen unbedingt behalten.

Wer sich jetzt fragt, wie das eigentlich dazu kam…der kann hier nochmal nachlesen.