Geburtsbericht vom Zauberbaby

Geburtsbericht vom Zauberbaby

Kurzfassung: ich hatte eine traumhafte Geburt, die ich mir nicht besser hätte wünschen können.

Und nun für alle, die es ausführlicher mögen:

Eigentlich dachte ich ja schon 5 Wochen vor dem errechneten Termin, dass es losgeht. Ich hatte Wehen und die kamen recht regelmäßig. Auch beim dritten Kind war ich mir unsicher und wusste nicht, dass es nur Senkwehen waren. Das zog sich dann auch bis zum Schluss durch. Immer wieder Wehen und bis zu letzt immer die Frage, geht es jetzt los?

Direkt am Geburtstermin hatte ich einen Termin in meinem Wunschkrankenhaus. Es wurde CTG geschrieben und ein Ultraschall gemacht. Alles gut und ruhig. Aber ich war gar nicht mehr ruhig. Ich wollte, dass der Kleine endlich kommt.

Also hat die Ärztin eine Eipolablösung gemacht. Die war recht schnell erledigt und völlig schmerzfrei. In der Regel löst das Wehen aus und daher sollten wir spätestens am nächsten Tag wiederkommen. Mit diesen Worten wurden wir nach Hause geschickt und waren noch schön essen.

Das Ganze brachte allerdings genau gar nichts. Keine einzige Wehe kam.

Das letzte Bild mit dickem Bauch. Kurz vor der Geburt

Wieder im Krankenhaus bei ET+1. In Absprache mit der Ärztin entschieden wir uns für eine Einleitung mit Tabletten. Und ja, theoretisch hätten wir noch etwas warten können. Die Schwangerschaftsdiabetes und mein Wunsch nach einer baldigen Geburt brachten mich aber zu der Entscheidung. Außerdem wusste ich, dass die beiden großen Kinder an dem Tag gut versorgt bei Oma waren und der Kreissaal war auch gerade recht leer. Perfekte Bedingungen.

Also bekam ich jede Menge Unterlagen zum Unterschreiben und um 10:30 Uhr die erste Tablette. Wir durften direkt im Kreissaal bleiben um erneut ein CTG zu schreiben. Mein Mann holte in der Zeit die Kliniktasche und als sich nach 60 min nichts tat, durften wir erst einmal das Zimmer beziehen. Es war ein 2Bett Zimmer und bereits mit einer sehr netten Mama belegt, die einen Tag eher ihr Baby bekommen hatte und schon kuscheln durfte.

Gegen 12 Uhr sollten wir zurück im Kreissaal sein und ich wurde wieder an das CTG angeschlossen. 20 min lang, dann bekam ich die zweite Tablette und danach noch einmal 60 min. Inzwischen hatte ich ganz leichte Wehen aber noch nichts wirklich schmerzhaftes oder produktives. Auf dem Bildschirm war davon auch überhaupt nichts zu sehen.

Nun hatten wir noch 1,5 h Zeit bis zur nächsten Tablette und so sind wir ein Stück gelaufen und haben noch ein Stück Kuchen in der Cafeteria gegessen. Mir ging es noch richtig gut und ich glaubte noch nicht an eine Geburt am gleichen Tag.

15:15 kamen wir dann wieder in den Kreissaal. Wieder 20 min CTG ohne Ausschlag und schon gab es die dritte Tablette. Dann dauerte es nur noch ca. 5-10min. Plötzlich hatte ich richtige Wehen und das ging nicht langsam los sondern gleich sehr stark. Die Hebamme kam und meinte sie bleibt jetzt mal in der Nähe. Ich hatte nun auch schon ganz schön zu tun und habe mich mit jeder Wehe in mein Kissen gekrallt, musste schon richtig veratmen und wollte auch nicht mehr liegen. Die Abstände waren jetzt ca. 1-2 min.

Lange habe ich das Liegen dann auch nicht mehr ausgehalten. Mein Mann rief die Hebamme, ich durfte aufstehen und etwas laufen. Bis zum Schluss hat das CTG keine einzige Wehe aufgezeichnet aber die Hebamme hat mir vertraut und mich machen lassen.

Gegen 16:00 Uhr hat mein Mann mir aus der Hose geholfen und ich konnte ein Kleid anziehen. Darin hab ich mich einfach wohler gefühlt. Keine Sekunde zu früh, denn als die Hebamme kurz darauf nach dem Muttermund geschaut hat, platze meine Fruchtblase. Wir waren jetzt bei 3cm, die Wehen kamen eigentlich ohne Pause und waren richtig schmerzhaft. Ich habe mich dann nur noch an das Bettende geklammert und mein Mann hat mir den Rücken massiert. Schon jetzt hatte ich das Gefühl, dass ich mitschieben muss aber die Hebamme hat mich noch ein wenig vertröstet. Sie war die ganze Zeit sehr lieb und ruhig, das tat mir unheimlich gut.

Gegen 16:45 hat sie das CTG wieder angeschlossen. Ich musste mich aber nicht hinlegen sondern durfte die ganze Zeit stehen bleiben und sie hat es einfach festgehalten. Mein Muttermund war zwar erst bei 8cm aber ich habe es nicht mehr ausgehalten und die Hebamme angebettelt, dass ich pressen darf. Eigentlich hatte ich befürchtet, dass sie mich nicht machen lässt aber sie meinte nur, ich soll auf meinen Körper hören und machen, was mir gut tut. Das habe ich dann auch getan und mit jeder Wehe kräftig mitgeschoben.

Nur stehen konnte ich jetzt nicht mehr und so habe ich von der Hebamme eine Matte bekommen um mich vor das Bett zu knien, während sie in einer völlig unbequemen Position hinter mir stand und das CTG hielt. Mein Mann stand mir dabei gegenüber und hat meine Hand gehalten und mich gestreichelt. Die beiden haben mich die ganze Zeit bestärkt und mit ihrer Ruhe für Entspannung bei mir gesorgt.

Als der Kopf des Kleinen in den Geburtskanal gerutscht ist, hatte ich das Gefühl, dass es mich zerreißt. So schmerzhaft hatte ich das gar nicht mehr in Erinnerung. Was bin ich froh, dass wir kein Schmerzgedächtnis haben.

Am Rande hatte ich noch mitbekommen, dass die Hebamme nach der Ärztin rief mit den Worten: “Kind kommt”, das fand ich irgendwie lustig in dem Moment. Bis die Ärztin bei mir war, war der Kleine aber schon geboren, denn es ging dann plötzlich ganz schnell. Selbst die Hebamme war erstaunt, wie schnell und unkompliziert das war.

Und da lag es dann vor mir, mein kleines perfektes Zauberbaby. 16:58 Uhr. Ich weiß, dass ich die ganze Zeit mit ihm gesprochen habe aber ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich gesagt habe. Er war einfach so wunderschön. Das war ein unglaublicher Moment.

Mein Mann konnte dann die Nabelschnur durchschneiden und schon durfte ich mich auf das Bett legen und den Kleinen in den Arm nehmen. Die Hebamme und die Ärztin gratulierten uns und haben sie uns erst einmal allein gelassen zum kuscheln. In der Zeit habe ich den Kleinen dann das erste Mal angelegt und war überrascht, wie schön er gleich getrunken hat. Völlig unproblematisch und absolut natürlich. Außerdem haben wir erste Fotos gemacht und unsere Familien informiert, die gar nicht so schnell mit dem Kleinen gerechnet hatten.

Nach einer Stunde kam die Hebamme wieder und meinte, wir haben schon Besuch. Meine Eltern hatten es nicht zu Hause ausgehalten und wollten unbedingt sehen, wie es mir und dem Baby geht. So durften wir dann noch eine weitere Stunde im Kreissaal kuscheln bevor der Besuch wieder ging und die Hebamme den Kleinen genommen hat. Sie hat ihn gewaschen, vermessen, gewogen und angezogen. Auch nach mir hat sie geschaut und konnte nur feststellen, dass alles vollkommen in Ordnung war.

Da gleich neben dem Kreissaal noch ein Badezimmer war und es mir gut ging, durfte ich schnell noch duschen. Das tat so gut. Man fühlt sich danach gleich wieder viel fitter.

Im Zimmer hab ich dann noch etwas zu essen bekommen und wir durften ganz viel kuscheln. An dem Tag hat uns niemand mehr gestört und wir waren einfach nur ganz für uns.

Im Nachhinein kann ich sagen, es war die schönste meiner drei Geburten. Ich durfte genau das tun, was sich richtig angefühlt hat, ich hatte eine tolle Hebamme und es lief alles völlig problemlos. Auch in das Krankenhaus würde ich jederzeit wieder gehen, denn alle waren sehr lieb und ich habe mich gut aufgehoben gefühlt.

2 Gedanken zu „Geburtsbericht vom Zauberbaby

  1. Hallo Sandy,

    Vielen Dank, dass du uns an diesem besonderen Erlebnis teilhaben lässt.
    Es freut mich sehr, dass du so eine tolle und unkomplizierte Geburt erleben durftest. Ein schönes Beispiel dafür, dass eine Geburt mit Einleitung auch eine Bilderbuch-Geburt sein kann.

    Viele Grüße
    Mama Maus

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