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Erziehung 2.0 – das digitale Dorf

Gestern habe ich auf Twitter etwas veröffentlicht ohne weiter darüber nachzudenken. Es ging um meine Tochter, die mal wieder die erste sein wollte und vorne weg gerannt ist. Wir haben sie gebeten, nicht zu rennen, da sie schon müde war und wir wussten, was passieren kann. Trotzdem…naja wie hätte es anders sein sollen? Krach, lag sie der Länge lang auf dem Bürgersteig und wir mussten trösten.

Innerlich zwar am schimpfen aber mein Mann und ich sind in der Situation äußerlich beide recht ruhig geblieben und so haben wir es geschafft, nicht zu sagen: „Siehste! Hab ich dir doch gleich gesagt“.

 

Tweet zu Erziehung
Hier der Tweet von gestern Abend…

Nach meinem Tweet habe ich dann von einem Papa eine Antwort bekommen, dass er darüber bisher noch gar nicht bewusst nachgedacht hat und ihm anhand meiner Aussage nochmal bewusst wurde, dass es immer verschiedene Wege gibt, zu reagieren…

Das zeigt mir wieder, wie unglaublich wichtig die sozialen Medien in der aktuellen Zeit sind. Es gibt eben für die meisten von uns kein ganzes Dorf mehr, in dem die Kinder erzogen werden. Viele Eltern (vor allem in Großstädten) sind auf sich allein gestellt und es fehlt die Möglichkeit für Austausch jeglicher Art.

Twitter, Elternblogs und co bieten uns diese Möglichkeit jetzt auf anderem Wege. Hier kann man sich austauschen und Rat holen, hier sieht man aber auch, dass es bei anderen Familien genauso ist, wie bei einem selbst. Niemand ist perfekt und wir sollten uns nicht dafür schämen, das auch zuzugeben.

Auf der anderen Seite ging es mir in diesem Zusammenhang  schon ganz oft, wie eben diesem Papa. Durch eure Tweets und Blogposts habe ich schon sehr oft über mein eigenes Verhalten zu den Kindern nachgedacht und meine Erziehung entsprechend angepasst. Ich denke, dass ich dadurch schon einige „Fehler“ vermeiden konnte und ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, ich bin eine bessere, ruhigere (wenn auch nicht zu 100%, aber wer schafft das schon) und verständnisvollere Mutter für meine Kinder geworden. Es ist immer schön zu hören, dass es anderen ähnlich geht und deshalb möchte ich euch heute sagen:

Liebe Eltern, teilt eure Erfahrungen, Sorgen und Ängste mit anderen (auch völlig fremden, in diesem Internet). Tauscht euch aus und ihr werdet schnell merken, dass ihr nicht allein seid.  Im besten Fall, haben die anderen sogar einen Rat oder eine Lösung für euch und eure Nöte. Wenn nicht bekommt ihr zumindest oft ein paar liebe Worte oder die Gewissheit, dass es anderen auch so geht, wie euch.

Unterstützt euch einfach gegenseitig. Habt ihr bereits ähnliche Erfahrungen gemacht? ich würde mich freuen, davon zu hören…

16 Kommentare zu „Erziehung 2.0 – das digitale Dorf

      1. Bist du der Gatte der Dame? Schwierige Frage! Da würd ich wohl auch nicht anders reagieren. Ich glaub, ihr macht alles richtig. Mir ist nur aufgestoßen, dass man die falschen Gedanken dann doch noch im Hinterkopf hat, wohl wegen der eigenen Erziehung. Ich hätts gern ganz raus. LG PP

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      2. Hallo Herzkoma,
        nein, tatsächlich bin ich der Gatte einer anderen Dame. Aber die ist auch ganz toll! 😉
        Eigentlich habe ich nur den Artikel und die Kommentare gelesen und fand die Form der Kommunikation einfach etwas unpassend. Sorry, dass ich das so sage. Also habe ich mich eingemischt…
        Nichtsdestotrotz finde ich es gut, dass du noch eine etwas ausführlichere Erklärung hinzugefügt hast. Die kann ich auch gut nachvollziehen.
        Viele Grüße
        Martin

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  1. Nun, ich denke, es sind zwei paar Schuhe: Das eine, was einem spontan in den Kopf kommt und das andere, wie man dann reagiert.

    Ich behaupte mal, ersteres kann man wohl kaum steuern, weil da einfach so dinge wie erfahrungen eine rolle spielen. natürlich sagt der hinterkopf sandy und ihrem mann „siehste, habe ich dir doch gesagt, du hast nicht gehört, nun tut das knie weh“. das ist, behaupte ich mal, völlig von alleine da. ich finde diesen gedankenim kopf auch völlig normal.

    die reaktion ist aber steuerbar. in dem fall das besonnene trösten. gelingt vielleicht nicht immer und in jeder situation, ist aber möglich. wir haben im leben oft situationen, in denen uns gedanken in den kopf schieben, die wir besser nicht gleich hinaus posaunen und dann besseren wissens darum anders reagieren.

    was das thema „austausch im web 2.0“ betrifft, vertrete ich eine andere meinung. die meisten blogs, die ich gelesen haben, theoretisieren mir zu viel. das wird eine wissenschaft betrieben. oft fehlt mir einfach das gesunde bauchgefühl. sicher passieren auch fehler in der erziehung, denn niemand ist pefekt. ist wie überall im leben. aber dieses ganze infragestellen und diskutieren um jede kleinigkeit finde ich anstrengend. aber gut, das sieht jeder anders.

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