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3 Wochen Schulkind – vom Halt geben und Loslassen

Schon 3 Wochen geht mein Sohn jetzt zur Schule und es ist ein Wechselbad von Gefühlen, das da in mir ausgelöst wird. Zum einen bin ich unglaublich stolz, wie selbstständig er in dieser Zeit schon geworden ist und zum anderen gibt es da einige Dinge im Schulalltag, die mir sehr zu denken geben. Doch von vorn:

Ergobag, Schulkind, Ranzen
Erster Tag auf dem Weg zur Schule. Aufregend.

Woche 1: Da seine Klassenlehrerin selbst ein Kind eingeschult hat, ist sie morgens erst recht spät da und somit gibt es keine Möglichkeit, eventuelle Probleme/Fragen zu klären bzw. fehlt die Ankommenszeit mit der Lehrerin für die Kinder. Aus Müttersicht absolut nachvollziehbar aber für die neue Klasse fand ich das sehr schwierig und etwas ungünstig gelöst. 

Außerdem musste ich für mich sehr schnell feststellen, dass dieser Sprung von Kita zu Schule doch recht groß ist und das Ganze nichts mehr mit dem behüteten Verhältnis im Kindergarten zu tun hat. Diese Umstellung war aber nur für mich schlimm, der Große hat das einfach so akzeptiert und weggesteckt, als wäre nichts gewesen. 

Auch organisatorisch lief einiges anders als ich es mir gewünscht hätte: Fotos mit Zuckertüte wurden nicht zum Schulanfang gemacht sondern erst in Woche 3 und dann mit Hausschuhen (die natürlich auf dem Foto herausstechen), außerdem ging der Spindschlüssel erst in der Post verloren und dann gab es auch noch eine Doppelbelegung vom Fach, so dass wir das auch nicht von Beginn an nutzen konnten. 

Alles nur Kleinigkeiten, ich weiß, aber geärgert hat es mich trotzdem.

Woche 2: wir kommen langsam an (also ich komme an und gewöhne mich an das System Schule). Der Große ist inzwischen so sicher, dass ich ihn nicht mal mehr bis zum Klassenzimmer bringen darf, sondern direkt unten am Schultor abgeben soll. Er meistert das komplett alleine und denkt tatsächlich auch an alles, was er benötigt. Ich bin unglaublich überrascht, wie selbstständig er doch schon sein kann. 

Alle Probleme konnten inzwischen geklärt werden und auch der Unterricht läuft richtig an und macht ihm Spaß (auch wenn er nur selten weiß, was genau, sie denn gemacht haben)

Woche 3: erster Elternabend und es offenbaren sich weitere unschöne Dinge. Die Toiletten in der Schule sind nicht für so viele Kinder ausgelegt. Das bedeutet, es gibt zum Teil kein Toilettenpapier mehr, es stinkt und ist dreckig. Das geht soweit, dass sich die Mädchen nicht trauen, etwas zu trinken, um ja nicht auf die Toilette zu müssen. Eine Sanierung des Ganzen würde wohl mindestens 200.000€ kosten und die sind gerade nicht verfügbar. Ich finde aber, dasss gerade solche hygienischen Dinge Grundvoraussetzung sein sollten und werde den Elternrat in seinem Bestreben nach Verbesserung unterstützen. (Hier muss gesagt sein, dass der Elternrat an unserer Schule wohl wirklich schon einiges bewirkt hat und genau weiß, an welcher Stelle da angesetzt werden muss)

Der Rest klappt weiterhin gut. Unterricht und vor allem Lesen lernen macht Spaß und erste Freunde wurden gefunden. 

Nun muss ich meinem Kind nur noch beibringen, dass teilen zwar was Schönes ist, er sich aber nicht den ganzen Inhalt seiner Brotdose wegessen lassen darf (ist halt etwas schöner angerichtet als nur Brot mit Aufschnitt und verlockt andere Kinder).

Ein Highlight der Woche darf ich euch aber auch nicht vorenthalten: Mein kleines „Baby“ hat beschlossen, jetzt ganz allein zur Schule zu gehen. Ich darf ihn nicht mal bis ans Tor begleiten, sondern „muss“ in der Wohnung am Fenster winken. Er wäre groß und kann das ohne Mama. So toll ich dieses Selbstbewusstsein auch finde, es ist doch mit einigen Ängsten und Sorgen meinerseits verbunden und so ganz ruhig und entspannt, wie ich dachte, bin ich dann doch nicht. Wer hätte das gedacht. Hier muss man noch erwähnen, dass wir einen sehr kurzen Schulweg haben und der auch nur an der Nebenstraße entlang führt.

Ab nächster Woche erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad dann sogar noch einmal, denn ab dann ist er ein Schlüsselkind und darf auch nachmittags alleine nach Hause kommen (wo ich dann schon sehnsüchtig am Fenster warten werde).

Und auch wenn der Spruch langsam ausgelutscht ist, es bleibt nur zu sagen: Sie werden so schnell groß und auch die Eltern wachsen mit den Kindern, ob sie nun wollen oder nicht.

5 Kommentare zu „3 Wochen Schulkind – vom Halt geben und Loslassen

  1. Vielen lieben Dank für deinen Beitrag. Wir haben auch grad ein Wechselbad der Gefühle. Am Donnerstag ist Einschulung und für mich geht das einfach zu schnell. Wie Achterbahnfahren, die Gefühle gehen rauf und runter. Grad sind sie wieder ganz unten…
    Aber die Kinder machen das!
    Liebe Grüsse

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    1. Ja, es ist für alle eine ganz schöne Umstellung und auch nach 3 Wochen fühle ich mich noch nicht 100% wohl damit. Aber auch das wird sich ändern, die Kinder schaffen mehr, als wir denken. Viel Spaß bei der Einschulung und einen ganz tollen Tag wünsche ich euch. Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

  2. Wir werden Eure Erfahrungen gespannt verfolgen. Vielleicht begleitet Euren Großen unsere Große dann im kommenden Jahr. 😉

    Vorige Woche waren wir zur Anmeldung dort. Sehr nette Sekretärin. Insgesamt hatten wir einen guten Eindruck. Allerdings trübt der sich gerade etwas, wenn ich Deine Zeilen zu den Toiletten lese. Andererseits wundert es mich auch nicht, denn die Zeitung ist jeden Tag voll damit. Leipzig hat extrem geschlafen, sei es bei Kitas oder Schulen. Und das ärgert mich jeden Tag aufs Neue, rühmt man sich doch der Geburtenhochs in den letzten Jahren.

    Für Euern Großen haben wir noch eine kleine Überraschung. Mehr demnächst 🙂

    LG

    Gefällt 1 Person

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