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Ambivalenz der Gefühle – mein Kind leidet unter zwanghaftem Verhalten

Meine kleine Prinzessin stellt uns momentan auf eine recht harte Probe. Sie hat starke Stimmungsumschwünge. Im einen Moment umarmt und küsst sie mich, dass ich nur so vor Liebe zerschmelze oder beeindruckt uns mit ihrer Kreativität und schon im nächsten Moment bekommt sie einen ihrer „Anfälle“ weil ihr irgendetwas nicht passt. Dann wütet sie nur so um sich und wird sauer. Meist sind es nur Kleinigkeiten, die das Auslösen. Zum Beispiel ist ihr Taschentuch verknittert oder die Bettdecke liegt nicht perfekt gerade. Auch beliebt ist die richtige Platzierung der Kuscheltiere im Bett. Die müssen ganz genau an Ort und Stelle liegen.

Vor allem beim Einschlafen offenbart sie immer mehr solcher Ticks. Es scheint als hätte sie einen kleinen inneren Monk, der ihr das Leben schwer macht. Natürlich weiß ich, dass es keinen Sinn macht, hier zu schimpfen oder sauer zu sein. Sie macht das ja nicht um mich zu ärgern. Trotzdem ist es zunehmend schwerer in solchen Momenten ruhig zu bleiben und ihr etwas Erleichterung zu verschaffen, indem man ihre Unruhe ausräumt und die störenden Faktoren beseitigt.

Ich kenne das auch von mir und kann sie eigentlich gut verstehen. Ich selbst habe einen sehr ausgeprägten Sinn für Symetrie und muss diesen, wenn möglich, herstellen um Ruhe zu finden. Solche Ticks in ausgeprägterer Form nennt man übrigens: OCD ( obsessive- compulsive disorder) oder auch Zwangsstörung. Das beste Beispiel dafür ist der oben erwähnte Kommisar Monk aus der gleichnamigen Serie.

Dadurch dauert unsere Einschlafbegleitung zur Zeit auch wieder recht lange. ( zwischen 1-2 Stunden) Besonders wenn wir Ihren Müdigkeitspunkt verpassen oder es vorher vielleicht noch eine Auseinandersetzung gab und sie mal wieder getobt hat, ist es sehr schwer, sie zur Ruhe zu bringen. Je aufgebrachter sie ist, umso mehr Störfaktoren findet sie. Hier hilft wirklich nur Stille, kuscheln und für Sie da sein.
In dem Fall darf das auch nur ich sein, beim Papa kann sie sich kaum beruhigen. Somit sind meine Abende gerade sehr kurz und auch die Nächte werden immer unruhiger. Im schlimmsten Fall, kommt sie alle 30min ganz nah an mich rangekuschelt oder fragt, ob ich da bin. Sie hat wirklich schlimme Verlustängste, die ich mir nicht erklären kann. Es gab meiner Meinung noch keinen Auslöser dafür. Ich habe sie nie allein gelassen oder ihr auch nur damit gedroht. Und trotzdem hat sie panische Angst davor.
Seltsam finde ich auch, dass sie das nur zu Hause macht. Bei der Oma schläft sie ohne Begleitung ganz ruhig ein und schläft dann durch, ohne Weinen oder Gezeter.
Gestern habe ich einen Post von Quirlimum gelesen, in dem ich unsere Situation gleich wiedererkannt habe. Es scheint also wirklich kein Einzelfall zu sein und ich bin nicht die einzige, die morgens mit riesigen Augenringen aufwacht, wenn ich denn überhaupt zum Schlafen gekommen bin. Trotzdem scheint noch kein Ende in Sicht zu sein und es hat bisher nichts geholfen.
Geht es euch auch so? Habt ihr vielleicht sogar eine Lösung gefunden? Wenn ihr zufällig noch praktische Tipps für uns habt, dann gern her damit. Wir testen uns dann durch.

5 Kommentare zu „Ambivalenz der Gefühle – mein Kind leidet unter zwanghaftem Verhalten

  1. Also bei meiner Jüngesten (fast 3) ist es auch eine Zeit lang Abends so gewesen, dass sie mich wegen Kleinigkeiten immer wieder genervt hat. Ich lag immer neben ihr beim Einschlafen und dann gings los: Mama, mein Fuß! (war abgedeckt, weil sie ihn rausgestreckt hat unter der Decke)… wollte sich aber auch nicht vom Papa schlafen legen lassen, wenn sie gewusst hat, das ich da war. Wenn ich weg war kein Problem. Aber ich habe dann den Papa einfach ins kalte Wasser geschmissen und trotz ihrem Protest hat er sich dann zu ihr gelegt. Seitdem ist es auch mit den Macken besser geworden. Wenn du sagst, dass es bei der Oma auch so klappt, hilft es dir vielleicht. Ich halte zwar viel von bindungsorientierter Erziehung, aber irgendwann können die kleinen schon um Ecken denken und wissen wie sie uns ködern können. Ich habe dann auch einfach mal gesagt, du ich bleibe jetzt nicht mehr länger bei dir liegen, ich lasse die Tür offen und du hörst mich draußen noch aufräumen, da kann die dann auch ohne Händchen halten einschlafen 😉

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  2. Ach Mensch… Ich fühle mit dir, in solchen Situationen die Ruhe zu bewahren ist wirklich alles andere als einfach! Wie du das beschreibst, reagierst du da aber meiner Meinung nach echt richtig. Geduld bewahren und trotzdem Nähe spenden. Bestimmt wird sich das Ganze auch bald wieder etwas beruhigen =)

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  3. Ohje so unruhige Nächte gab's bei uns auch schon. Schlimm wenn das so lange anhält, dass es voll aufs Nervenkostüm schlägt.
    Ich wünsche dir einfach nur viel Kraft! Du machst das bestimmt gut! Habe leider auch keinen guten Tipp. Manchmal helfen auch die schönsten Einschlafrituale nicht mehr. Vielleicht könnt ihr euch etwas abwechseln du und dein Mann? Wird zwar am Anfang noch übler sein in den ersten Nächten aber man geht dann nervlich nicht so schnell auf dem Zahnfleisch.

    LG
    Andreas

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  4. Hallo Andreas,
    Danke für die lieben Worte. Leider hilft es nicht, wenn mein Mann es versucht. Dann brüllt sie nur noch mehr. Und das kann sie über Stunden durchhalten. Haben wir schon getestet. Im Moment wird es gerade etwas besser, ich hoffe also auf etwas mehr Schlaf. 😉
    Liebe Grüße

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