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10 Ideen für kleine Trotzköpfe im Praxistest

Ihr habt es ja sicherlich mitbekommen, dass wir momentan ein kleines (großes) Trotzkind zu Hause haben. Der ganze Tag ist geprägt von Wutanfällen, Geschrei und auf dem Boden sitzen bleiben. Da ich anfangs echt ratlos war, habe ich mal die „Top Ten der Ratschläge bei kleinen Trotzkindern“ für euch getestet.

1. Körperkontakt. Man nimmt das Kind in den Arm und vermittelt ihm Liebe und Geborgenheit. Das Kind soll zur Ruhe kommen und wieder entspannen. Manchmal reicht es schon, dem Kind die Hand zu streicheln oder es leicht am Rücken zu berühren.

Die Theorie klingt super. Ich vermittle dem Kind Sicherheit und es hat Zeit sich zu beruhigen. Klappt bei uns leider überhaupt nicht, meist verweigert sie jegliche Berührung und wütet nur noch mehr.

2. Abwarten und Durchhalten. Wenn man die Möglichkeit hat, kann man den kleinen Sturkopf einfach mal sitzen lassen und abwarten. Auch wenn das Gebrüll sehr nervenzehrend ist, hilft es manchmal, einfach daneben zu sitzen.

Funktioniert bei uns leider auch nicht, da meine Kleine ein sehr gutes Durchhaltevermögen hat. Sie kann über Stunden bocken bzw. schreien. Und wenn dann noch ein zweites Kind im Spiel ist, ist Aussitzen oft keine Option. Man kann ja schlecht im Einkaufszentrum ein Kind alleine stehen lassen, damit sich das andere austoben kann.

3. Ignorieren. Das Kind wird solange nicht beachtet, bis es sich beruhigt hat.

Finde ich fragwürdig. Da man das Kind mit seinen Ängsten allein lässt und ihm vermittelt, dass man in schwierigen Situationen nicht hilft. Ist also auch keine Option und wird gar nicht erst getestet.

4. Ablenkung. Man zeigt dem Kind etwas völlig situationsfremdes. z.B. den Bagger vorm Fenster oder einen Vogel. Irgendetwas um die Lage zu entschärfen.

Das klappt bei kleineren Wutanfällen tatsächlich ganz gut. Sie hat Zeit, um sich zu beruhigen und man kann die Situation danach in Ruhe klären. Oft geht es da bei uns um Dinge, wie die falsche Farbe der Haarspange oder den falschen Trinkbecher. Wirkliche Banalitäten, die für die Kleine aber wichtig sind.

5. Situation wechseln. Man verlässt den Raum oder die momentane Umgebung.


Wenn man merkt, dass das Kind trotzt, weil es überfordert ist, dann hilft es oft, daran etwas zu ändern. Man verlässt das Zimmer oder geht eine Runde spazieren. Meist reicht eine kurze Verschnaufpause um das Kind zur Ruhe zu bringen. Gerade kleinere Kinder sind leicht überfordert in neuen Situationen oder in großen Menschenmengen, können dieses Gefühl aber noch nicht einordnen und beginnen zu wüten. Hier hilft es, das Kind in solchen Fällen genau zu beobachten und schon zu reagieren,. bevor es zu viel wird. Klappt super und ist meist unsere Geheimwaffe wenn gar nichts mehr hilft.

6. Schimpfen


Das ist mir leider schon oft passiert, hat aber absolut keinen Nutzen, weder für mich, noch für meine Kleine. Das Kind wütet nur noch mehr, da es nicht ernst genommen wird und ich werde auch nicht ruhiger. Gerade in Situationen, in denen es hektisch wird oder wir unter Zeitdruck stehen, konnte ich sehr schlecht auf Trotzanfälle reagieren. In letzter Zeit versuche ich allerdings, mehr Ruhe zu vermitteln und mir in allem mehr Zeit zu lassen, um dem vorzubeugen. Hier lohnt es sich wirklich, Extrazeit einzuplanen und den Kindern die Möglichkeit des Trödelns zu geben.

7. Nachgeben. Das Kind bekommt, was es will.

Das Kind will Schokolade und wütet, weil man es nicht erlaubt? Hier könnte man jetzt nachgeben und hätte schnell Ruhe. Das ist allerdings nur eine kurzfristige Lösung, denn beim nächsten Mal, kann man darauf warten, dass die Kleine wieder trotzt. Hat ja beim letzten Mal auch irgendwann funktioniert. So reitet man sich schnell immer weiter in dieses Spirale hinein und provoziert immer neue Trotzanfälle.

8. Wut zulassen


Die liebe Mo von 2KindChaos gab mir mal den Tipp, dem Kind zu sagen: „Es ist okay, du darfst wütend sein!“. Man setzt sich zum Kind und vermittelt ihm, dass es in Ordnung ist, Wut zu haben und zu zeigen. Kinder sollen ihre Emotionen nicht unterdrücken und dürfen auch mal wütend werden. Das ist seltsam für mich, da ich das bisher überhaupt nicht so kenne und leider zeigt es bei meiner Kleinen auch noch keine Wirkung. Aber den Ansatz finde ich gut und wichtig. Das werde ich definitiv weiter versuchen.

Auch Jessi von feiersun hat dazu etwas geschrieben. Das könnt ihr hier nachlesen.

9. Vorbeugen. Grenzen setzten und klare Regeln aufstellen


Damit es gar nicht erst zu Trotzanfällen kommt, macht es Sinn, klare Regeln aufzustellen und diese auch konsequent einzuhalten. Wenn das Kind weiß, dass es einen festen Ablaufplan zum ins Bett gehen gibt und man davon nicht abweicht, erleichtert das die Situation für das Kind. Es gibt klare Strukturen und jeder weiß, was als nächstes kommt. Auch beim einkaufen etc. sollte vorher geklärt werden, was geht und was nicht. Obwohl man mit dieser Methode nicht alles vorher vermeiden kann, entspannt es trotzdem den Tag. Unser Abendritual haben beide Kinder inzwischen verinnerlicht und da gibt es auch keine großen Diskussionen mehr darum.

10. Nachfragen und Gespräch suchen

Eine Methode, die ich von den Erziehern in der Kita gelernt habe. Wenn ein Kind wütet oder trotzt, dann fragen sie gezielt nach, was denn der Auslöser war. Meist kommen die Kinder dadurch recht schnell zur Ruhe und die Situation lässt sich klären. Meine Kleine reagiert auch meistens auf diese Art der Beruhigung. Je nach Sachlage, kann das aber auch alles noch verschlimmern.

Habt ihr noch Ideen oder Tipps gegen bzw. für trotzende Kinder? Dann her damit, wir testen (fast) alles.

5 Kommentare zu „10 Ideen für kleine Trotzköpfe im Praxistest

  1. Schöner Beitrag! Nr. 4 „Ablenken“ und Nr. 5 „Situation wechseln“ funktionieren bei uns ganz gut. Allerdings ist unsere kleine Maus erst ein Jahr alt, deshalb ist sie auf alles Neue neugierig und sehr erkundungsfreudig. Manchmal gebe ich auch nach, besonders wenn ich selbst so gestresst bin und einfach nur will, dass Ruhe einkehrt. Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht der Sinn der Sache ist und dass ich damit eigentlich kontraproduktiv reagiere. Es ist eben nicht immer einfach. Ich merke jetzt schon, dass unsere Kleine manchmal ihren ganz eigenen Kopf hat. Mal sehen, wie sich das noch entwickeln wird. Methode 10 finde ich auch gut, die werde ich bestimmt versuchen, wenn sie denn soweit ist, das sie ihr Befinden in Worte fassen kann 🙂 Liebe Grüße!

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  2. Ach jaaa, die lieben kleinen Trotzköpfe halten einen wirklich ordentlich auf Trab 😀 Eine tolle Sammlung an Tipps! Ignorieren finde ich auch nicht wirklich ideal, machen wir so nicht. Besonders als das mit dem starken Trotz bei uns begann und ich zunächst solchen Situationen noch nicht recht wusste, wie ich am besten reagiere, habe ich leider auch ab und an geschimpft. Das ist nun aber meiner Erfahrung nach die absolut kontraproduktivste Variante! Die Wut und Verzweiflung wird noch schlimmer, auf beiden Seiten. Also egal für welchen Ratschlag man sich je nach Situation und Kind entscheidet, wichtig ist es immer möglichst einen kühlen Kopf zu bewahren. Auch wenns verdammt schwierig ist 😀

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  3. Ignorieren hab ich einmal versucht. Bzwm ich musste es um uns beide zu schützen. Er hatte einen „Totalausfall“ (fing schon im Bus an und da ausweichen ging schlecht, also brüllendes und tretendes Kind schnell heim geschleppt). Er war so agressiv und gewaltätig vor lauter Wut in dem Moment dass ich mich mit dem kleinen Bruder ins Zimmer gesperrt habe (ich wäre nämlich auch irgendwann richtig wütend gewesen). Es half insofern das er schon nach wenogen Minuten „ausgekreischt“ hatte und wir uns wieder unterhalten konnten.
    Normalerweise hilft ansprechen und fragen aller meistens in solchen Situationen. Manchmal aber auch durchaus wenn ich bestimme und sage was er jetzt zu tun hat (ich glaube manchmal ist er überfordert mit „zu viel wollen“ und dann hilft ihm wenn ich entscheide).
    Aber, so einfach es bei ihm ist Trotzanfälle zu umschiffen und zu verhindern, der kleine Bruder scheint ein ganz andred Kaliber zu werden und zeigt uns jetzt schon das wir wohl wieder ganz neue Techniken finden müssen (und er ist erst 20 Monate *uff*).
    Jedes Kind ist anders und bei jedem Kind helfen andere Dinge. Wie weit sie sprachlich sind ist auch ein wichtiger Grund bei uns für Trotzanfälle.
    Immerhin, beim Zweiten haben sich scjon mehr Nerven aufgebaut und ich kann viel länger und häufiger ruhig bleiben 🙂

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